Interview mit dem Innovationsteam

Das nachfolgende Interview wurde von Luca (Projektmanagementgruppe) mit Sandro und Klara (Innovationsteam) durchgeführt.

1. Habt ihr euch das Projekt selbst ausgesucht und kanntet ihr euch davor schon? 

Klara:   

„Nein, das Projekt wurde uns zugeteilt. Sandro und Ich sind befreundet und kannten uns schon recht gut. Mit Leon hatte ich auch schon mal ein Projekt und kannte ihn daher auch schon.“ 

 

2. Was war euer erster Gedanke als ihr euer Thema mitgeteilt bekommen habt und was waren eure ersten Schritte?  

Klara:  

„Nach dem Treffen mit Herrn Kallmann, bei dem er uns das Projekt genauer vorgestellt hat, haben wir uns erstmal einen Überblick verschafft. Zuerst mussten wir uns genauer informieren was eine Gärbox genau ist, wie man sie am besten baut und wie man den Bau am besten aufteilt. Also haben wir viel recherchiert und im Internet nach DIY-Anleitungen geschaut. Wir dachten, dass das ja auch schon Leute vor uns gemacht haben müssen. Anschließend haben wir dann die Aufgaben grob aufgeteilt.“ 

 

3. Hattet Ihr eine festgelegte Rollenverteilung? 

Sandro:  

„Klara war unser Product Owner, das heißt sie hat sich bereit erklärt die Hauptansprechpartnerin für Herrn Kallmann zu sein. Sie war verantwortlich für den Schriftverkehr, hat die Meetings angesetzt und eingeladen. Sonst gab es eigentlich keine richtige Rollenverteilung. Wir waren ja auch schon im sechsten Semester und nur zu dritt. Dadurch war eine bestimmte Rollenverteilung ganz gemäß des Projektmanagements nicht das Hauptaugenmerk unseres Projekts.“ 

Klara:  

„Ja genau so war das. Die Arbeitslast war ziemlich gleich verteilt. Sandro und ich waren eher für die Programmierung und die Schaltung zuständig, während Leon sich um die Hardware, also um den Bau der Box, gekümmert hat.“ 

 

 

4. Was war die größte Hürde bei eurem Projekt und hattet ihr zwischenzeitlich das Gefühl, dass ihr euer Ziel nicht erreicht? 

Sandro:  

„Die größten Schwierigkeiten hatten wir eigentlich in der Mitte des Projektes. Wir haben uns dafür entschieden, dass wir ein Arduino nutzen und mit C++ programmieren möchten. Dafür mussten wir zuerst die Programmiersprache lernen. Da es sich bei unserem Projekt um eine Kombination aus Software- und Hardwarekomponenten handelte, war die Programmierung und die Herangehensweise anders als bisher für uns üblich. Zum Beispiel mussten wir unsere Hardwaresensoren, wie zum Beispiel ein Temperatursensor oder ein Relais, mit der Software verknüpfen.

Klara:  

„Ein weiteres Problem stellte das Zusammenspiel aus Gärbox-Konstruktion und Schaltung dar: Die Schaltung konnten wir zum Teil als eigenständiges System testen aber die Box war zu diesem Zeitpunkt noch nicht gefertigt. Wir konnten also noch nicht testen, ob unsere Komponenten als Ganzes in der Praxis auch so performten, wie wir uns das erhofften. Ich würde sagen, dass der Elektronikteil, in Kombination mit der Programmierung, die größten Hürden während unseres Projektes waren.  

 

5. Glaubt ihr die Gärbox ist einfach nachzubauen? 

Klara:  

„Ich denke, dass man die Gärbox sehr gut nachbauen kann, wenn man sich die Zeit dazu nimmt und die ganzen Werkzeuge hat. Wir hatten natürlich den Vorteil, dass wir an der HFU eine Schreinerei haben, durch die wir natürlich sehr große Möglichkeiten im Bau der Box hatten. Vor allem durch Werkzeuge, die jetzt vielleicht nicht jeder daheim hat. Trotzdem haben wir in unserer Anleitung auch Alternativen aufgelistet. Diese vereinfachen den Nachbau im Gegensatz zu unserer Box ein bisschen, sodass der Nachbau auf jeden Fall für alle gut möglich ist.“ 

Sandro:  

„Die Zielgruppe von uns waren ja schließlich auch Hobbyheimwerker, also Leute die auch wirklich Lust auf so ein Projekt haben und auch generell Spaß am Basteln haben. Daher ist der Nachbau mit der Anleitung und zusätzlichem Einlesen auf jeden Fall gut möglich. Dadurch, dass jeder der die Box nachbauen will andere Gegebenheiten hat, sollte man sich aber auf jeden Fall mit der Thematik auseinandersetzen. So kann man gewisse Sachen anpassen, damit die Box auch so funktioniert wie man sich das vorstellt.“ 

 

6. Seid ihr zufrieden mit dem Ergebnis?  

Klara:  

„Ja. Ich würde sagen, dass wir auf jeden Fall zufrieden mit unserem Ergebnis sind. Das Einzige, was uns ein bisschen gestört hat war die Dauer des Aufheizprozesses. Dadurch, dass wir nur eine Heizmatte mit 20 Watt benutzen konnten, ging dieser immer extrem lange, was teilweise ein wenig genervt hat. Herr Kallmann meinte zwar, dass das nicht schlimm sei, weil Brotbacken ein träger Prozess ist, aber ich persönlich finde, dass es auf jeden Fall schneller gehen könnte. Man könnte dieses Problem auch gut beheben, zum Beispiel durch bessere Isolierung oder eine Heizmatte mit mehr Leistung. 

Wie lang haben wir denn ca. immer gebraucht?“ 

Sandro: 

Ich weiß es leider auch nicht mehr genau, wir sind ja auch keine Experten auf dem Themengebiet Sauerteig. Uns ging es auf jeden Fall zu lange. (lacht)  

Wir haben in unserer Anleitung unter Punkt 13 auch vermerkt, dass wir eine Heizmatte mit höherer Leistung als 20 Watt empfehlen, zum Beispiel zwischen 30 und 50 Watt. So wird der Aufheizprozess beschleunigt und im gleichen Zug kann eine höhere Maximaltemperatur erreicht werden. Das wäre auf jeden Fall ein Punkt, den wir im Nachhinein verbessern würden. 

 

7. Würdet ihr ein Projekt in der Art gerne nochmal machen? 

Klara:  

Ja. Es war zwar wirklich extrem viel Aufwand, aber es hat wirklich Spaß gemacht und ich habe sehr viel gelernt. Sogar noch mehr als in all meinen bisherigen Projekten. Man hatte einfach sehr viele Themenbereiche abgedeckt, wie zum Beispiel die Hardware und Software, derer Verknüpfung und natürlich auch noch einen kleinen Teil Projektmanagement. Man hat sich auch oft getroffen und musste alles planen.

Sandro:  

Das würde ich genau so unterschreiben.  

 

8. Findet ihr es gut, dass wir eine Webseite für euer Projekt machen? 

Klara:  

Ich find es sehr cool, da wir sehr viel Aufwand und Gedanken in das Projekt gesteckt haben. Umso schöner ist es zu sehen, dass jetzt weiter an dem Projekt gearbeitet wird und das Projekt vielleicht ein bisschen mehr Aufmerksamkeit bekommt.  

Sandro:   

Ich weiß nicht genau wie ihr das gestalten wollt, aber prinzipiell richtig gut. Wir haben uns in das Thema Gärbox auch eingelesen und geschaut, was es da so gibt. Mich hat es immer gestört, dass es meistens so ist, dass sich aus zigtausend Antworten unter Forenbeiträgen über dieses Thema eine Lösung ergibt. Jeder gibt Tipps was er anders, beziehungsweise besser machen würde. Am Ende hat man dann vielleicht eine gute Gärbox, aber keine kompakte Anleitung, wie jetzt zum Beispiel unsere. Daher ist eine Webseite für das Thema auf jeden Fall eine gute Sache.

 

9. Was würdet ihr auf jeden Fall auf der Seite hervorheben? 

Sandro:  

Ich würde an der Stelle sagen, dass das Projekt zu 100% DIY (Do IT Yourself) ist und dass wir keine Experten auf diesem Gebiet sind. Wir mussten viel improvisieren und hatten auch nur ein begrenztes Budget zur Verfügung. Außerdem ist es wichtig, dass die Gärbox nur zum Zweck des Brotbackens genutzt und die Heizmatte (20Watt) als Verbraucher betrieben wird. Also bitte nicht denken, dass man jetzt an diese Schaltung z.B. auch eine Pumpe mit deutlich mehr Leistung anschließen kann. Wir hatten wenig bis keine Vorkenntnisse zu dem Thema, daher ist sicherlich nicht alles perfekt.

Klara:  

Ich würde dazu noch ergänzen, dass wir unsere Anleitung nur für eine 20 Watt Heizmatte geschrieben haben. Das heißt, wenn man eine stärkere Heizmatte nimmt, sollte man auch bessere Relais nehmen und nicht unbedingt genau die aus unserer Anleitung. Wir haben zwar alles von der Hochschule abnehmen und prüfen lassen, jedoch muss man bei sowas trotzdem vorsichtig sein.